Versandkostenfrei bei Erstbestellung: Free22

Kaugummi ohne Plastik: nachhaltig und natürlich

Versand am Februar 14 2022

Oder warum wir dringend eine Alternative aus natürlichem Kaumaterial brauchen.

Ungefähr 100 Kaugummis pro Jahr isst jeder Mensch im deutschsprachigen Raum.

Fast alle handelsüblichen Kaugummis werden aus synthetischen Rohstoffen wie Polymere auf Erdölbasis hergestellt. Also eigentlich kauen wir auf purem Plastik oder Erdöl: Eine unangenehme Vorstellung. Gesund ist das bestimmt nicht und aus reinem Vergnügen möchte man sich wirklich kein Erdöl in den Mund stecken.

Von der Umwelt mal ganz abgesehen. Die Kaugummis sind nämlich auch nicht biologisch abbaubar und belasten die Umwelt extrem. Die Entsorgung spielt dabei auch eine grosse Rolle: wer hat sich noch nie über weggespuckte Kaugummis auf dem Gehweg geärgert? Die Reinigung der so verunreinigten Gehsteige, Strassen und Plätze ist immens aufwendig und nur mit Spezialmaschinen möglich. Die wiederum verbrauchen viel Energie und Wasser. Noch mehr Belastung für die Umwelt.

Kaugummiwand in USA


Schade, denn Kaugummi kauen hat nachweislich positive Effekte: es reinigt die Zähne (so lange zuckerfrei gekaut wird), fördert die Konzentration und gibt frischen Atem.

Die Geschichte des Kaugummis

Aber geht es auch anders? Ja! Dafür muss man sich nur mal die Geschichte des Kaugummis anschauen:
Kauen mochten die Menschen schon immer. Nur früher hat man das eben auf natürlichen Kaustoffen getan. Zu Beginn der industriellen Produktion wurde Kaugummi aus Chicle gefertigt, dem Milchsaft (Latex) des Breiapfelbaums, der vor allem in Südamerika wächst.

Schon vor 2000 Jahren kauten die Mayas Kaugummi. Natürlich kein Kaugummi, wie wir ihn heute kennen. Sondern eher auf dessen ursprünglichem Rohstoff: Chicle.

Auch heute noch wird der begehrte Saft traditionell geerntet: mit V-förmigen Schnitten in den Stamm, aus denen dann der dickflüssige und weisse Saft rinnt und aufgefangen wird.

Ernte von Chicle in Südamerika

 

Ungefähr im 16. oder 17. Jahrhundert brachten Reisende den Saft dann nach Mittelamerika.
Und wie es manchmal so mit Erfindungen ist, sollte mit dem Saft erst einmal etwas ganz anderes hergestellt werden: Spielzeug und Reifen. Das scheiterte. Der Erfinder Thomas Adams probierte stattdessen etwas anderes aus und so war der Kaugummi 1857 geboren.
Nicht lange später kam dann auch William Wrigley Jr. aus Chicago auf die Idee, den Chicle Saft mit Geschmack zu aromatisieren und als Kaugummi zu verkaufen.

Schade, dass die Herstellung nach der Industrialisierung immer synthetischer wurde. Und Chicle als Rohstoff kaum oder gar nicht mehr verwendet wurde.

Das Comeback der natürlichen Zutaten

Es lohnt sich also, genau auf die Liste der Inhaltsstoffe zu achten. Zu vermeiden ist alles, wo erdölbasierte Polymere verarbeitet wurden. Manche der zusätzlich verwendeten Stoffe sind sogar belastend für die Gesundheit und potenziell gefährlich für Allergiker: Zucker oder Zuckerersatzstoffe, plus künstliche Farbstoffe und Aromen, Stabilisatoren, Füllstoffe, Verdickungsmittel, Feuchthaltemittel, Antioxidationsmittel, Geschmacksverstärker. Da die Offenlegung aber nicht verpflichtend detailliert sein muss für die Hersteller, sollte man auf die Produkte zurückgreifen, die nachweislich biologisch sind. Dabei gilt: je weniger Inhaltsstoffe, desto besser.

Mit immer grösser werdenden Bewusstsein für das, was wir zu uns nehmen, wurde auch der Druck grösser, ungesunde Inhaltstoffe bei Snacks und Genussmitteln zu vermeiden.
Viele Hersteller vermeiden den Zusatz von Zucker in der Kaumasse. Manche Hersteller verzichten auf künstliche Aromastoffe in den Kaugummis. Und einige wenige Hersteller setzen wieder ganz auf plastikfreie und natürliche Kaumasse als Rohstoff für ihre Kaugummis. Chicle ist wieder eine ernst zu nehmende Alternative.

Gut so: denn die Vorstellung, sich ein Stückchen Erdöl mit Erdbeer-Minze-Geschmack in den Mund zu stecken ist wahrhaftig unappetitlich.

 

Fotos mit freundlicher Genehmigung von Luis Fernández García, lizensiert bei Creative Commens.